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10-km-Strecke: Wald, See und über die
Hochfläche auf den Spuren der Via Regia
Kurzbeschreibung:
Diese Strecke führt zunächst um den Keddinghauser See
und über Keddinghausen, das eine reiche geschichtliche Vergangenheit
hat. Hier schenkte Werner von Keddinghausen 1420 dem Kloster Hardehausen
seine Güter mit der Auflage, hier ein Kloster zu bauen. Reste
einer Burg und einer Kirche wurden im vergangenen Jahrhundert gefunden.
Weiter geht es durch das Okental, wo Sie auf dem sog. Heeresweg
oder Hirschweg auf einer mittelalterlichen Fernverbindungsstraße
zwischen Holland und Hessen wandern.
Der Rückweg erfolgt über den Hundsberg. Dort bietet sich
dem Wanderer ein herrlicher Ausblick über das ganze Aftetal
und Hegensdorf.
Weitere Informationen:
Durchs Hegensdorfer "Okental" zogen einst plündernde
Raubritter
Die Wanderer des Bürener Wandertages durchwandern auf der 10-km-Strecke
das drei Kilometer von Hegensdorf entfernt gelegene "Okental".
Es ist ein Ausläufer eines Seitentales des Aftetales, welches
nordwestlich und östlich von hohen Buchen- und Fichtenwäldern
umgeben ist. Zwischen 1834 und 1850 siedelten sich hier vier Familien
an, einerseits um der engen Dortlage zu entgehen, andererseits um
nahe bei ihren Feldern zu wohnen.
Historische Namen "Achendahl" "Ackendal" und
"Okendal" weisen auf die Bedeutung im frühen Mittelalter
hin.
Durch das heutige Okental verlief eine "via regia" (deutsch:
Königsweg), die als Fernverkehrsstraße in ihrer Bedeutung
den heutigen Autobahnen gleichkommt. Dieser Weg hieß "Herßweg"
oder "Hersewech" und wurde im Urkataster als "Heerstraße"
bezeichnet. Damals war er der Verbindungsweg zwischen Kassel, Buren
und Lippstadt.
Wie im Heimatbuch der Stadt Wünnenberg von H.-D. Krus berichtet
wird, trieben im Jahre 1664 Hollländer die in Hessen gekauften
Schafe über diese Straße in ihre Heimat. Die Königsstraßen
standen unter besonderem Schutz, wurden vergleichsweise gut instand
gehalten und waren so breit, daß sich zwei Fuhrwerke begegnen
konnten. Trotzdem waren sie wegen der Geländeschwierigkeiten
und bei ungünstigen Witterungsverhältnissen keine "bequeme
Verbindung". Könige, Bettler, Pilger, Kaufleute, Bauern
und vor allem Soldatentruppen waren hier zu Fuß, zu Pferd,
in Kutschen oder mit schweren Frachtwagen unterwegs. Täler
wie das Aftetal waren wegen der Überschwemmungsgefahr, Sumpfgebieten
und dem Fehlen von Brücken für Fuhrwerke ungeeignet. Die
Bewohner der Dörfer und Städte zu beiden Seiten dieser
Königsstraßen empfanden es nicht immer als Vorteil, denn
Kriegsheere und Soldatentruppen zogen plündernd und mordend
durch die Gegend.
An dieser Stelle sei auch eine Begebenheit aus dem Jahre 1390 erwähnt.
Der Raubritter Friedrich von Padberg war nach der Plünderung
der Verner Wallfahrtskirche mit der Beute auf dem Rückzug und
wurde mit 78 Gefolgsleuten im Okental von den fürstbischöflichen
Truppen festgenommen. Der Hirschweg im Okental führte von Buren
entlang der Turon-Schichtstufe über Eilern nach Meerhof und
setzte sich östlich fort. Da er streckenweise noch seinen ursprünglichen
Verlauf hat, werden die Wanderer am 25. April auf geschichtsträchtigen
Wegen gehen.
Quelle: Wanderstreckenbeschreibung
anläßlich des Bürener Wandertages vom 25.04.2000
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