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Dezember
2001
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| 20.12.01
- Forensik-Knast neben JVA? (NW) |
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Forensik-Knast neben JVA?
Übergangslösung
für fünf bis sieben Jahre/Runge: Freie Entscheidung
VON KARL FINKE
Büren. Das Land Nordrhein-Westfalen hat die alte NATO-Kaserne
neben der heutigen JVA als möglichen Standort für
eine Übergangslösung zur Sicherheitsverwahrung im
Rahmen von Maßregelvollzug (Fo-rensik) ins Auge gefasst.
Eine Entscheidung darüber würde allerdings, so Bürgermeister
Wolfgang Runge, nur nach einer Bürgerinformation durch
das Ministerium im Januar und durch freie Entscheidung des Stadtrates
fallen.
Die Landesregierung plant insgesamt fünf neue Dauerstandorte
zur Entlastung der bestehenden Einrichtungen. Bis diese realisiert
werden können, sind aufgrund der überlasteten Kapazitäten
"zeitlich begrenzte Lösungen für die Dauer von
fünf bis sieben Jahren angestrebt", so die Sprecherin
des NRW-Gesundheitsministeriums Angelika Wahrheit. In einem
Bürener Übergangsstandort würden maximal 100
psychisch kranke Täter (Patienten) nach § 126a Straf-gesetzordnung
untergebracht, die noch nicht verurteilt wären. |
Sie hätten keinerlei Freigang,
so Runge, der auch die Worte von einem "Verschluss in der
Konserve" aus Erläuterungen übernahm.
Der Bürener Bürgermeister in-formierte am Mittwoch,
fünf Wochen nach dem ersten Gespräch mit dem NRW-Beauftragten
für Forensik Dönisch-Seidel, zusammen mit dem CDU-
und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden die Presse über das Landesanliegen.
Für Büren und die Bürger der Stadt seien dabei
zwei Fragen entscheidend: Wie sicher sei so eine Einrichtung?
Und gibt es eine sinnvolle Folge-Nutzung, weil niemand solch
eine Anlage ohne Anschlusskonzept errichten könne? Über
mögliche Folgenutzungen wollte das Gesundheitsministerium
nicht öffentlich sprechen.
Bislang hat der Bürener Bürgermeister die Zusage des
Ministeriums an die Stadt, einen derartigen Forensik-Standort
nicht als Zwangsmaßnahme aufgedrückt zu bekommen.
Rein rechtlich hätten Bund oder Land nach § 37 Baugesetzbuch
allerdings die Möglichkeit, eine solche Anlage auch ohne
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Einvernehmen mit der Kommune zu
errichten.Runge dazu: "So etwas kann man nicht gegen die
Bürger entscheiden."
"Verständlicherweise", so SPD-Fraktionschef Gerd
Ossen-brink, sei das Land auf das "naheliegende Bürener
Areal" gekommen. "Am schnellsten zu verwirklichen",
nannte der CDU-Fraktionsvorsitzende Herbert Peuker hier das
Vorhaben, wo Infrastruktur in Form von Straßen und Kanalanschlüssen
vorhanden seien. "Einfach nein sagen können wir nicht",
so Peuker:
"Wir wollen auch mal etwas vom Land." Ossenbrink bezeichnete
das gegenseitige Verhältnis auch als "ein Hand-in-Hand-Ge-schäft".
Das Projekt würde vom Land wohl noch im Laufe des Jahres
2002 umgesetzt werden. "Die Zeit drängt", sagte
Bürgermeister Runge, bestand aber auf einer "Information
aus erster Hand" durch das Ministerium an die Bürger
im Rahmen einer Bürgerversammlung und öffentlichen
Ratssitzung zum Beispiel in Hegensdorf, in dessen Gemarkung
das Gelände liegt: "Wir müssen das öffentlich
diskutieren."
Quelle: Neue Westfälische Zeitung |
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| 20.12.01
- Forensik-Klinik für Büren (NW) |
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Forensik-Klinik
für Büren
NATO-Gelände
als Übergangslösung im Gespräch
VON KARL FINKE
Büren. Direkt neben der Abschiebehaftanstalt Büren
könnte eine Übergangslösung zur Unterbringung
psychisch kranker Straftäter entstehen. Die Landesregierung
befindet sich in Gesprächen mit der Stadt über die
Errichtungeiner Sicherheitsverwahrung für maximal 100 Patienten
ebenfalls auf dem Gelände der früheren NATO-Kaserne
im Haarener Wald.
Im November hatte das NRW-Gesundheitsministerium das neue Gesamtkonzept
für den Maßregelvollzug vorgestellt. Danach sollen
insgesamt sechs neue Dauerstandorte in Köln, Dortmund,
Herne, Duisburg, Münster und Essen mit insgesamt 470 Klinikplätzen
entstehen, durch die auch vorhandene Einrichtungen entlastet
würden. "Wir haben dafür teilweise schon Bauvoranfragen
gestellt", sagte Angelika Wahrheit, Sprecherin des Düsseldorfer
Gesundheitsministeriums.
"Dass Übergangslösungen zum Abbau von Überbelegungen
nötig sind, hat das Land immer angekündigt",
so Wahrheit. Es gehe um einen Zeitraum von bis zu sieben Jahren.
Dafür prüfe |
das Land mehrere Standorte. Neben
Büren sei auch eine stillgelegte Lungenklinik im Rhein-Sieg-Kreis
im Gespräch. Entschieden sei aber nichts. Nach Paragraph
37 Baugesetzbuch kann das Land eine solche Einrichtung auch
durchsetzen. "Doch gegen den Willen der Gemeinden werden
wir nichts unternehmen", so Wahrheit. Jedem Rechtsstreit
wolle das Ministerium aus dem Weg gehen, schließlich sollen
die ersten Ausweich-Häuser bereits in einem Jahr belegt
sein.
In der in Büren angestrebten Übergangslösung
würden zum Beispiel Täter nach § 126a Strafgesetzbuch
untergebracht, die keinerlei Ausgang hätten. Bürens
Bürgermeister Wolfgang Runge (CDU) macht eine Zustimmung
zu dem Vorhaben von den Sicherheitvorkehrungen abhängig.
Die Stadtvertreter verknüpfen ihre Zustimmung aber auch
mit "Sicherheit bei der Nachfolgenutzung". Runge:
"10 bis 15 Millionen Mark verbaut man nicht einfach so."
Widerstand gegen das Projekt hat der CDU-Landtagsabgeordnete
Gerhard Wächter angekündigt. Er verwies auf die vorhandenen
psychatrischen Einrichtungen in Bürener Nähe und die
Justizvollzugsanstalt.
Quelle: Neue Westfälische Zeitung |
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| 20.12.01
- Forensik gärte im Verborgenen (NW) |
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DER
KOMMENTAR
Bürgermeister und
Rat vereinbarten Schweigen
Forensik gärte im Verborgenen
VON KARL FINKE
Ob dies ein Lehrstück in Sachen
Demokratie und öffentlicher Information abgeben kann, müssen
die Bürger selbst entscheiden.
Nachdem Bürgermeister Wolfgang Runge am 13. November von
der Landesregierung über den zu prüfenden Forensik-Standort
Büren ins Bild gesetzt worden war, vereinbarte er mit den
36 Ratsmitgliedern aus CDU, SPD und FDP vorläufiges Schweigen
nach draußen über ein Thema, dessen hochbrisanter
Charakter jedem der Beteiligten klar war. Also gärte die
Materie mehr oder weniger im Verborgenen, denn eines drang in
politischen Gesprächen der vergangenen Wochen durchaus
an die Oberfläche: Dass Büren um die Jahreswende herum
ein hochexplosives Problem meistern sollte. Nach dem Motto "Andere
halten sich eben für |
wichtiger", akzeptierte der
eine oder andere Lokalpolitiker das gemeinsame Schweigen, obwohl
der für die Bewältigung des Themas genau das Gegenteil
für richtig hielt.
Bürgermeister Runge lehnte noch am Dienstag auf Nachfrage
der Neuen Westfälischen die Aufgabe der Geheimniskrämerei
ab - bekam dann mit Blick auf mögliche weitere Entwicklungen
über Weihnachten allerdings kalte Füße. Also
mussten am Mittwochmorgen kurzfristig auch die Fraktionsvorsitzenden
von CDU und SPD auf der Matte stehen, um das hochsensible Thema
gemeinsam nach außen zu tragen.
Das tat Not, denn ohne ein Stimmungsbild aus der Bevölkerung
dürften die Stadtvertreter kaum über die Ansiedlung
einer Sicherheitsverwahrung in "Stöckerbusch"
weiter beraten.
Quelle: Neue Westfälische Zeitung |
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| 20.12.01
- Kranke Straftäter nach Stöckerbusch? (WV) |
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Land NRW interessiert sich für ehemaliges amerikanisches Kasernengelände
Kranke Straftäter nach Stöckerbusch?
Von Heinz-Peter Manuel und KarI Pickhardt
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Büren (WV). Die Landesregierung
in Düsseldorf plant offenbar den Bau einer Forensik-Haftanstalt
mit Hochsicherheitstrakt neben der Abschiebehaftanstalt am
Standort "Stöckerbusch" in Büren. Eine
entsprechende Anfrage aus der Landeshauptstadt bestätigte
gestern Bürgermeister Wolfgang Runge vor der Presse.
In einer solchen "Maßregelvollzugsklinik"
werden auch Tatverdächtige eingeschlossen, denen Sexualdelikte
angelastet werden. Die Landesregierung sucht wegen fehlender
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Plätze dringend eine Haftanstalt
für maximal fünf bis sieben Jahre, um dort kranke
und vermindert schuldfähige Straffällige aufzubewahren.
Während sich Bürgermeister Wolfgang Runge und die
Fraktionen im Stadtrat diesen Plänen nicht von vornherein
verschließen wollen, sieht CDU-Landtagsabgeordneter
Gerhard Wächter bereits "hartnäckigen Widerstand"
innerhalb der Bevölkerung. Neben Büren hat das Gesundheitsministerium
auch Anfragen für andere Standorte im Nordrhein-Westfalen
gestellt.
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Seit zehn Jahren werden die ehemaligen
Einrichtungen des amerikanischen Militärs im Haarener Wald
oberhalb von Hegensdorf nicht mehr genutzt. Entsprechend sehen
die roten Backsteingebäude auf dem eingezäunten Gelände,
von der Straße durch ein mit Vorhängeschloss gesichertes
Tor abgetrennt, aus: Scheiben sind kaputt, Dächer eingefallen.
Das Land hat erhebliche Probleme, die wachsende Zahl der forensischen
Patienten unterzubringen. Aus dieser Notlage heraus wolle sich
die Stadt Büren nicht von vornherein dem Ansinnen ver-schließen,
hieß es gestern im Rathaus, auch wenn das Thema in beiden
Fraktionen "sehr kritisch" gesehen wird. Vor allem
die Sicherheit der Bevölkerung liegt den Politikern am
Herzen.
Kein Freigang
für die Patienten
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In einem Gespräch mit Vertretern des Landes sei versichert
worden, dass in Büren nicht therapiert werde. Die wegen
ganz unterschiedlicher Delikte Inhaftierten, die zum Teil noch
auf ihren Prozess warten, sollen - wenn die Einrichtung überhaupt
kommt - keinen Ausgang bekommen, sondern hinter modernsten Sicherheitseinrichtungen
verwahrt werden, wie gestern auf Anfrage auch die Sprecherin
des Düsseldorfer Gesundheitsministeriums, Angelika Wahrheit,
bestätigte. |
Es gehe um die Schaffung einer Übergangslösung,
beteuerte sie. Dafür spreche zum einen, dass die Bauvoranfragen
für die sechs für ständige Einrichtungen vorgesehenen
Standorte positiv beschieden worden seien. Zum anderen biete
der Landgerichtsbezirk Paderborn mit seinen bisherigen Einrichtungen
genügend Plätze für diese Gegend. Im Zuge der
gleichmäßigen und gerechten Verteilung komme der
hiesige Raum nicht in Frage. Um in diesem Punkt sicher zu sein,
möchten die Bürener Politiker im Fall einer positiven
Entscheidung für Büren schon jetzt eine Nachfolgenutzung
im Vertrag festgeschrieben sehen.
Im Moment könne sie noch keine Detailfragen beantworten,
warb die Ministeriumssprecherin dafür, dass man zunächst
in vertraulichen Gesprächen eine Entscheidung für
oder gegen Büren vorbereite. Büren sei nicht der einzige
mögliche Standort. Sie hoffe darauf, dass man mit der betroffenen
Gemeinde eine einvernehmliche Lösung finden werde. Man
habe ihm zugesagt, so Bürgermeister Wolfgang Runge, das
Land werde keinen Zwang ausüben, falls der Bürener
Rat das notwendige "gemeindliche Einvernehmen", das
laut Baugesetzbuch vorgeschrieben ist, verweigere. Man setze
auf Toleranz in der Bevölkerung für diese Übergangslösung,
die dann möglichst kurzfristig realisiert werden solle. |
Sicher ist allerdings schon jetzt,
dass vor einer Nutzung der ehemaligen Militärgebäude
gewaltige Summen in die Bausubstanz und in die Sicherheitsvorkehrungen
investiert werden müssen. Über die Höhe könne
bislang nur spekuliert werden.
Problematisch, so Runge, könne der Betrieb einer Forensik
in direkter Nachbarschaft der JVA - inzwischen in weiten Teilen
der Bevölkerung akzeptiert - werden.
Im Gespräch mit Gesundheitsministerin Birgit Fischer hat
Gerhard Wächter bereits auf zu erwartende Widerstände
aus der Bevölkerung aufmerksam gemacht. Es sei nicht akzeptabel,
dass neben einer Abschiebehaftanstalt und zwei weiteren Forensik-Einrichtungen
in Lippstadt-Eickelborn und Marsberg im Umkreis von rund 30
Kilometern dem Bürener Land eine weitere Anstalt zugemutet
werde. Die Landesregierung spare Ballungsräume, aus denen
Tatverdächtige in der Mehrzahl stammten, für Forensik-Einrichtungen
aus.
Wie geht es nun weiter? Sollte Büren auserkoren werden,
will die Verwaltung darüber zügig informieren und
eine Bürgerversammlung einberufen. Dann solle auch der
Rat das Thema öffentlich besprechen, Vertreter des Landes
sollen dann die sicherlich vorhandenen Fragen der Bürger
direkt beantworten.
Quelle: Westfälisches Volksblatt |
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| 21.12.01
- Sorgen im Bürener Land (WV) |
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Forensik-Pläne in Ex-Kaserne
Sorgen im Bürener Land
Von Heinz-Peter Manuel und
Karl P i c k h a r d t
Büren (WV). Bei der möglicherweise
in Büren geplanten Forensik handelt es sich nicht um eine Haftanstalt
oder eine Einrichtung der Justiz, sondern um ein besonders gesichertes
Krankenhaus. Das hat gestern Angelika Wahrheit, Sprecherin des Düsseldorfer
Gesundheitsministeriums, betont. Das Land möchte die ehemalige
amerikanische Kaserne Stöckerbusch zur zeitlich befristeten
Unterbringung von bis zu 100 psychisch kranken Patienten für
bis zu sieben Jahre nutzen. Bei den Menschen herrscht zum Teil erhebliche
Unsicherheit, wie eine Kurz-Umfrage des WV zeigt.
"Die Hegensdorfer werden sich
wohl wehren", vermutet Ortsvorsteherin Maria Lummer. Das
Dorf habe jahrelang mit der Kaserne gelebt, nicht nach Raketen
gefragt, habe dann den Aufbau der Asylbewerber-Sammelunterkunft
hingenommen, schließlich die JVA. "Der Ort hat sich
so oft von seiner besten Seite gezeigt, das geht jetzt zu weit."
Maria Lummer empfindet die Pläne als "Zumutung für
das Dorf" und kann die Ängste der Menschen gut nachvollziehen.
Sie bezweifelt die zeitliche Befristung der forensischen Einrichtung.
Im Dorf werde schon jetzt befürchtet, hier entstünde
ein Kristallisationskern für weitere Entwicklungen. Man
wolle sich im Ort zunächst einmal intern beraten, um sich
auszutauschen und ein Meinungsbild zu erstellen. "Da machen
wir uns in der Standortkonferenz Gedanken, wie die Stadt möglichst
attraktiv werden kann - und dann so etwas", schüttelt
Maria Lummer den Kopf.
Gelassener sieht Bürens Ortsvorsteher Christian Meinel
das Geschehen. Seit nahezu 30 Jahren geht er aus beruflichen
Gründen in der Klinik Eikelborn ein und aus und kennt die
Sicherheitsstandards. "Wenn hier ähnliche Anlagen
entstehen, kann daraus niemand entweichen", glaubt er an
die Sicherheitseinrichtungen. Weil es hier keine Freigänger
geben solle, sieht er auch keine Gefahren für die Bevölkerung.
"Man sollte jetzt keine Panik erzeugen", rät
er. Wichtig für ihn ist die zeitliche Begrenzung des Vorhabens.
Wewelsburgs Ortsvorsteher Johannes Hillebrand zeigte sich gegenüber
dem Land gesprächsbereit. "Es muss sicher sein, dass
wir über eine Übergangslösung reden", sagte
er. |
Wenn eine "vernünftige
Lösung" als Folgenutzung angeboten werde, könnte
das im Interesse der Stadt sein. Als Sozialarbeiter, der bei
der Caritas mit dem Bereich Gefährdetenhilfe zu tun hat,
hat Hillebrand ein Verständnis für den Platzbedarf.
Den sieht Leibergs Ortsvorsteher Reinhard Dören nicht.
Er verweist auf Einrichtungen in Marsberg und Eikelbom. "Das
Land kann nicht alle unangenehmen Dinge in den dünn besiedelten
Raum schieben", so seine Meinung. Die Einrichtungen sollten
gebaut werden, wo auch der Bedarf vorhanden ist.
Einen ganz anderen Ansatzpunkt bringt Bad Wünnenbergs Bürgermeister
Winfried Menne in die Diskussion. Er möchte als Vertreter
der Nachbarkommune in unmittelbarer Nähe des Geländes
frühzeitig informiert werden. Nach der Einrichtung der
JVA habe er auch von der Forensik erst aus der Zeitung erfahren,
wünscht er sich mehr Transparenz. Grundsätzlich sieht
er durch eine Forensik eine erhebliche Belastung auf den südlichen
Kreis Paderbom zukommen.
Landrat Dr. Rudolf Wansleben forderte gestern die Landesregierung
zur Ehrlichkeit auf. Er glaubt nicht, dass eine Forensik-Klinik
nur für einige wenige Jahre im "Stöckerbusch"
gebaut, sondern dann zur Dauereinrichtung werde. Es gebe etliche
stichhaltige Gründe, die gegen eine solche Einrichtung
in Büren spreche. Gleichwohl will der Landrat nicht sofort
in den Chor der "Nein-Rufer" einstimmen, sondern erst
einmal weitere Gespräche abwarten, - darunter auch mit
Bürgermeister Wolfgang Runge, der möglicherweise über
weitere Informationen verfüge.
Quelle: Westfälisches Volksblatt |
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| 22.12.01
- Weichen für die Zukunft neu gestellt (WV) |
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Standortkonferenz Büren
Weichen für die
Zukunft neu gestellt
Von Heinz-Peter Manuel
Büren (WV). Bürger machen
sich Gedanken um ihre Stadt. Deshalb hat der Rat der Stadt Büren
bereits 1998 die Standortkonferenz ins leben gerufen, damit alle
Interessenten - ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechend
- zum Wohle der Gesamtheit mithelfen können. Ein großer
Teil dieser in 30 Maßnahmen formulierten Aufgaben ist auch
immer noch aktuell. Um für die weitere Arbeit gewappnet zu
sein, trafen sich jetzt die Mitglieder der Standortkonferenz und
stellten in einer dreistündigen Zusammenkunft die Weichen für
eine qualifizierte Fortsetzung der zahlreichen Tätigkeiten.
Wichtigstes Ergebnis dabei: Wegen der großen Aufgabenfülle
wurde einer der bisherigen drei Arbeitskreise aufgeteilt. Die einzelnen
Aufgaben wurden zum Teil neu auf die nun vier Arbeitskreise verteilt.
Bei der Vorstellung der neuen Struktur
betonte Bürgermeister Wolfgang Runge, die Standortkonferenz
habe ihre Daseinsberechtigung schon lange unter Beweis gestellt.
Sie sei ein wesentliches Scharnier zwischen Verwaltung / Rat
und der Bevölkerung, ein "Rückkopplungselement
in wesentlichen Fragen". Bei der Einrichtung sei man davon
ausgegangen, dass eine zehnjährige Laufzeit sinnvoll sei.
Deshalb sei es auch jetzt nicht zu spät für Interessenten,
sich noch zu beteiligen:
"Neue Köpfe und Ideen sind jederzeit gern gesehen."
Ansprechpartner im Rathaus ist Wirtschaftsförderer Jörg
Konken.
Selbstverständlich seien noch nicht alle Aufgaben erledigt,
manche sind auch ständige Projekte. Hingewiesen worden
sei in der Versammlung zum Beispiel auf das noch fehlende Stadtentwicklungskonzept,
fußend auf der Verkehrszählung. Man werde sonst in
Einzelfragen stecken bleiben, hatte Oskar von Bohuszewicz befürchtet.
Die grundsätzliche Entscheidung aber sei notwendig, zum
Beispiel im Hinblick auf die Gestaltung des Marktplatzes. Hier
soll möglichst im Frühjahr eine Entscheidung fallen.
Die Standortkonferenz, die sich in regelmäßigen Abständen
trifft, gliedert sich nun in vier Arbeitskreise. Der AK "Wohnen,
Bildung und Freizeit (Leiter Fritz Deneke) kümmert sich
unter anderem um |
die Themen Bildungsstandort Büren,
Sportstättenplanung und Konzeption für eine zielgruppenorientierte
Jugendarbeit.
Aufgaben des AK "Wirtschaft und Arbeitsplätze (Leitung
Wilhelm Poppenberg) ist in den Feldern Wirtschaftsförderung,
Flughafen und Zusammenarbeit mit den Hochschulen tätig.
Diskussionsforum
auch im Internet
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Ruth Goldstein leitet den AK "Einzelhandel und Soziokulturelles".
Er untersucht zum Beispiel die Möglichkeiten eines kommuneübergreifenden
Marketingkonzeptes und macht sich für die Unterstützung
herausragender sportlicher und kultureller Konzepte stark. Der
AK "Stadtplanung", der sich und seine Ergebnisse kürzlich
erst im Bauausschuss der Stadt präsentierte (wie berichtet),
denkt über eine Optimierung der Beschilderung der Parkmöglichkeiten
und die Verbesserung der innerstädtischen Verkehrsstruktur
nach.
Um eine größere Öffentlichkeit herzustellen,
sollen die Ergebnisse der Standortkonferenz bald auch auf den
Internetseiten der Stadt veröffentlicht und diskutiert
werden. Man erhofft sich zusätzliche Anregungen.
Quelle: Westfälisches Volksblatt |
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| 29.12.01
- Aufklärung für alle Betroffenen (WV) |
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Forensik-Pläne
Aufklärung für alle
Betroffenen
Hegensdorf
(hpm). Für die Hegensdorfer sind die Absichten des Landes NRW,
in der ehemaligen amerikanischen Kaserne "Stöckerbusch"
eine forensische Klinik einzurichten, nicht nachvollziehbar. Ebenso
wenig verstehen sie, dass Bürgermeister und Rat nicht sofort
gegen die Pläne protestiert haben, sondern eine "gewisse
Akzeptanz" durchblicken ließen.
Das ist der Tenor eines ersten informellen
Treffens zur Bildung eines ersten Meinungsbildes, an dem am
Donnerstag Abend rund 80 Einwohner teilgenommen haben.
Wie Ortsvorsteherin Maria Lummer auf Anfrage des WV mitteilte,
fordert man vor allem eine lückenlose Aufklärung über
das Vorhaben im Haarener Wald, nur wenige Kilometer vom Hegensdorfer
Ortsrand entfernt. Da diese Informationen aber nicht nur für
den eigenen Ort wichtig sei, sollte eine offener Veranstaltung
in Büren für alle Betroffenen stattfinden, so die
Hegensdorfer Vorstellungen. Insgesamt sei deutlicher Widerstand
und große Geschlossenheit im Ort spürbar gewesen.
In der ruhig und sachlich geführten Veranstaltung wurde
zudem ein Arbeitskreis gebildet, der das weitere Vorgehen im
Ort |
im Auge behalten und koordinieren
soll. Ansprechpartner sollen in den nächsten Tagen benannt
werden.
Wie berichtet, hatte das Gesundheitsministerium in Düsseldorf
bereits im November bei der Stadt Büren nachgefragt, ob
es möglich sei, direkt neben der Abschiebehaftanstalt eine
forensische Klinik für bis zu 100 psychisch kranke Personen
zu errichten, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind.
Betont wurde immer, dass es sich - wegen des aktuell großen
Platzbedarfs in der Forensik - um eine Übergangslösung
für fünf bis sieben Jahre handeln soll. Das aber stößt
bei zahlreichen Politikern auf Zweifel. Um den Sicherheitsbedenken
gerecht zu werden, soll es keine Lockerungen und keinen Ausgang
für die Kranken geben.
Quelle: Westfälisches Volksblatt |
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