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16.
- 22. Januar 2002
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| 16.01.02
- Arbeitskreis kritisiert Politiker (WV) |
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Forensik: heute Veranstaltung
Arbeitskreis kritisiert
Politiker
Büren/Hegensdorf
(WV/han). Interessant wird es sicherlich am heutigen Abend
in der Bürener Stadthalle, wo von 19.30 Uhr an Fachleute
des Landes Nordrhein-Westfalen über die geplante Forensik-Einrichtung
im Haarener Wald informieren. Vorbereitet auf diesen Termin
haben sich auch die Mitglieder des Hegensdorfer "Arbeitskreises
gegen den Forensikstandort Stöckerbusch".
Inzwischen, so betont Vorsitzender
Ulf Beyer, werden die Mitglieder in ihren Aktivitäten
auch von Gleichgesinnten aus der Kernstadt Büren
und den Ortsteilen unterstützt.
Während der jüngsten Zusammenkunft gab Beyer
eine Übersicht über die bisherige Resonanz auf
die Anfragen des Arbeitskreises an Bürener Ratsmitglieder.
Außer dem Schreiben vom Fraktionsvorsitzenden der
SPD, Gerd Ossenbrink (das WV berichtete), habe nur noch
FDP-Ratsherr Franz Voß aus Steinhausen reagiert.
Auch er wolle sich in seiner Entscheidung nicht festlegen
und habe den Sachverhalt von mehreren Seiten betrachtet.
Eindeutige Stellung gegen einen Forensikstandort im Stöckerbusch
hätten Weibergs Ortsvorsteher Wilhelm Luis und die
dortige CDU-Ortsunion mit dem Vorsitzenden Hans-Werner
Luckey bezogen, außerdem der SPD-Ortsverein Hegensdorf
und der Vorstand der Hegensdorfer CDU-Ortsunion.
Unzufriedenheit herrsche allerdings bei den Arbeitskreis-Mitgliedern
über den Rest der kommunalpolitischen Vertreter,
die sich nicht gemeldet und keine klare Stellung bezogen
hätten. "Sie müssen sich die Frage gefallen
lassen, wen sie überhaupt vertreten und oh sie Probleme
einfach aussitzen", kritisiert Beyer.
Unterstützung erfahre der Arbeitskreis aus Bad Wünnenberg,
dessen Bürgermeister Winfried |
Menne sich klar gegen die
Foren-sikanstalt ausgesprochen hatte, und vom Stadtelternrat
der Kindergärten in Bad Wünnenberg. Selbst in
Bleiwäsche fühlten sich Eltern mit den Bürenern
verbunden, weil ihre Kinder die Gymnasien in Büren
besuchten.
Erstaunlich gut sei die Unterstützung aus Städten,
in denen weitere Forensik-Standorte geplant seien. Täglich
gingen große Mengen an Daten, Hinweisen, Informationen
und Ratschlägen beim Arbeitskreis ein.
Heute Gelegenheit
zum Fragen nutzen
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Die Mitglieder des Arbeitskreises haben noch einmal an
die Bürger aus Büren und den Nachbarstädten
appelliert, zur Informationsveranstaltung am heutigen
Mittwoch in die Stadthalle Büren zu kommen. "Sie
sollen die Gelegenheit nutzen, das geplante Vorhaben kritisch
zu hinterfragen und gleichzeitig den Vertretern der Landesregierung
ihre Meinung dazu mitzuteilen", so Beyer. Es seien
auch Handzettel an die Bevölkerung verteilt worden.
Wer Kontakt mit den Hegensdorfer Forensikgegnern aufnehmen
möchte, wendet sich an den
"Arbeitskreis gegen den Forensikstandort Stöckerbusch",
Schöne Aussicht 11,
33142 Büren,
e-Mail: ak.forensik.hegensdorf@arcor.de
Quelle: Westfälisches Volksblatt |
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| 16.01.02
- War Entscheidung für Hegensdorf richtig? (WV) |
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Aus Briefen an die Redaktion
War Entscheidung für Hegensdorf
richtig?
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Das Thema Forensikanstalt im
Haarener Wald beschäftigt weiterhin die Menschen
in Büren und Umgebung. Auch diese Leserin ist gegen
die Einrichtung.
Ich wohne erst seit einem guten Jahr
in Hegensdorf. Ich komme aus einem kleinen idyllischen
Dorf in Nordhessen, nahe des Edersees. Ich bin wegen
meines Freundes hierher gezogen, und ich habe mir diese
Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich hatte anfangs
oft ein mulmiges Gefühl wegen der Abschiebehaftanstalt
oben im Wald. Da ich eine solche Einrichtung nie in
meiner direkten Umgebung hatte, fiel es mir schwer,
mich daran zu gewöhnen, einen "Knast"
in der Nachbarschaft zu haben. Ich versuche heute, nicht
mehr daran zu denken.
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Kurz vor Weihnachten habe
ich dann durch die Zeitungen erfahren, dass eine "Forensik-Abteilung"
neben der JVA gebaut werden soll. Da mein Lebensgefährte
und ich in naher Zukunft gerne Kinder haben möchten,
denke ich oft darüber nach, ob meine Entscheidung
vom Spätsommer 2000 die Richtige gewesen ist. Ich
weiß nicht, ob ich Kinder in der Nachbarschaft einer
forensischen Anstalt aufwachsen lassen will. Bei mir daheim,
hätte ich mir diese Gedanken nicht machen müssen.
Ich hoffe, dass diese Anstalt im Haarener Wald nicht gebaut
wird, damit ich auch in zehn Jahren noch sagen kann, ich
habe die richtige Entscheidung für mich getroffen,
als ich ins Bürener Land gezogen bin.
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SILVIA BATTENFELD
Hegensdorf
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Quelle: Westfälisches Volksblatt |
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| 17.01.02
- Bedrohliche Zukunft für Büren (WV) |
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Aus Briefen an die Redaktion
Forensikeinrichtung im Haarener Wald
Bedrohliche Zukunft für Büren
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Die umstrittene Forensikeinrichtung
im Haarener Wald beschäftigt auch die VW-Leser.
Eine düstere Zukunftsvision entwirft dieser Leser
aus Hegensdorf.
Zukunftsvisionen. Büren im Jahr
2002: Die Stadtväter haben dem Bau einer forensischen
Klinik im Haarener Wald zugestimmt. Grundlage der Zustimmung
war die Versprechung, diese Klinik nur als Übergangslösung
zu nutzen.
Büren im Jahr 2007: Der Rat der Stadt Büren
stimmt einem Antrag zu, die Forensik-Klinik auch weiterhin,
auf unbestimmte Zeit zu nutzen. Die Begründung
sieht wie folgt aus: "Aufgrund der enormen Investitionen
vor fünf Jahren und aufgrund der Tatsache, dass
eine sinnvolle Folgenutzung mittelfristig nicht in Sicht
ist, hat man sich entschlossen, die forensische Klinik
weiter zu betreiben."
Den psychisch kranken Schwerstverbrechern wird zudem
immer häufiger Freigang gewährt. Immerhin
ist die Aufgabe eines Maßregelvollzugs, solche
Menschen zu heilen und zu resozialisieren. Das funktioniert
nur, wenn diese auch Kontakt zur "Außenwelt"
haben.
Büren im Jahr 2008: In den vergangenen Jahren war
die Forensik Stöckerbusch relativ sicher. Die Statistik
weist auf, dass lediglich 15 Prozent der Insassen durch
Verspätungen von wenigen Stunden oder völliges
Verschwinden auffallen. Dieser Wert liegt immerhin fünf
Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.
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Im Sommer dieses Jahres wird
es dann ernst. Die Forensik im Haarener Wald hat ihren
ersten Ausbrecher. Sehr problematisch gestaltet sich die
Suche nach dam Flüchtigen. Die ersten Streifenwagen
der Polizei können erst 30 Minuten nach der Alarmierung
vor Ort sein. Die Wache in Büren war zur Ausbruchzeit
nicht besetzt. Das Polizeiaufgebot musste erst aus Paderborn
anrücken. Der Schwerverbrecher hat im Haarener Wald
genügend Möglichkeiten, sich zu verstecken.
Zum Glück konnte man den Flüchtigen nach einer
Woche stellen. In dieser Zeit wurde ein Kind vergewaltigt
und ermordet.
Von nun an ist die Kleinstadt Büren in allen Medien
präsent. Büren und Eickelborn werden in einem
Atemzug genannt. Die Grundstückspreise fallen ins
Bodenlose, private Investoren ziehen sich zurück,
der Wirtschaftsstandort Büren verfällt. Auch
von beschaulichem Dorfleben kann nicht mehr geredet werden.
Die Spielplätze sind leer, sämtliche Bepflanzungen
sowie Zäune rund um Spielplätze sind entfernt
worden, damit diese von allen Seiten eingesehen werden
können.
Hoffentlich bleibt alles, wie es ist und diese Zukunftsvision
wird nicht wahr.
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MICHAEL LUCKEY
Hegensdorf
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Quelle: Westfälisches Volksblatt |
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| 18.01.02
- Widerstand wächst (WV) |
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Bürger lehnen Strafklinik ab - Rat Büren entscheidet
am Donnerstag
Widerstand wächst
Büren (WB/joh).
Der Widerstand in Büren (Kreis Paderborn) gegen eine
geplante Einrichtung für psychisch kranke Straftäter
bleibt auch nach einer Bürgerversammlung ungebrochen.
Vertreter des Landes hatten die Bürger über
die vorübergehende Unterbringung von bis zu 90 Patienten
in einer ehemaligen Kaserne unweit der Abschiebehaftanstalt
informiert.
Mehr als 1000 Menschen waren dazu in die Stadthalle gekommen.
Mehrfach versicherten die Vertreter des Landes, dass es
sich um eine Übergangslösung für fünf
bis sieben Jahre handeln solle. Freigang |
der in Büren untergebrachten
Straftäter werde es nicht geben.
"Wir glauben Ihre Ausführungen nicht",
machte Ulf Beyer, Vorsitzender des Arbeitskreises gegen
den geplanten Forensikstandort, seinem Ärger Luft.
"Sie werben hier vergeblich für eine Strafklinik."
Die Abschiebehaftanstalt ziehe bereits regelmäßig
Demonstranten in den Ort mit 22 000 Einwohnern. Dies sei
bereits eine erhebliche Belastung, sagte Bürgermeister
Wolfgang Runge. Das brisante Thema wird am Donnerstag
den Stadtrat beschäftigen.
Quelle: Westfälisches Volksblatt |
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| 18.01.02
- Runge: Vorhaben nicht durchsetzbar (WV) |
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Bürgerversammlung zum Thema Forensik überzeugte
Gegner nicht
Runge: Vorhaben nicht durchsetzbar
Von Hanne Reimer (Text
und Fotos)
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Büren
(WV). Auch nach der Bürgerversammlung zur geplanten
Forensikeinrichtung im Haarener Wald lehnen zahlreiche
Menschen aus Büren und Umgebung das Vorhaben strikt
ab. Skepsis, Bedenken und Arger herrschten am Mittwochabend
in der Bürener Stadthalle vor, als hochrangige
Vertreter des Landes in einer stark emotionalen Versammlung
über das Projekt informierten. Mehr als 1000 Menschen
waren gekommen, viele hatten Transparente und Schilder
dabei, auf denen sie ihre Angst vor einer Abteilung
für geisteskranke Straftäter nahe Hegensdorf
zum Ausdruck brachten.
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Der Leitende Ministerialdirigent
Klaus Bösche, Forensik-Landesbeauftragter Uwe Dönisch-Seidel
und Leitender Regierungsbaudirektor Wilhelm Boklage stellten
das geplante Projekt auf dem ehemaligen amerikanischen
Militärgelände nochmals vor und betonten mehrfach,
dass es sich um eine Übergangslösung für
fünf bis sieben Jahre handeln solle. "Die Botschaft
höre ich wohl, doch mir fehlt der Glaube", entgegnete
Bad Wünnenbergs Bürgermeister Winfried Menne,
der mit seinem Bürener Amtsbruder Wolfgang Runge
im Podium saß, und erntete donnernden Applaus. Während
Menne sich unaufgefordert nochmals klar gegen das Vorhaben
aussprach, äußerte Runge seine Ansicht erst
auf eine Aufforderung der SPD-Kreisvorsitzenden Ute Berg
hin.
Vorbeugendes
Ratsvotum möglich
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"Es scheint schlechterdings unmöglich, eine
Forensik bei Hegensdorf durchzusetzen. Ich würde
es begrüßen, wenn der Standort nicht Büren
würde", sagte der Bürgermeister. Runge
wies darauf |
hin, dass es dem Rat möglich
sei, einen "Vorratsbeschluss" zu fassen und
das Vorhaben des Landes so schon vor einer offiziellen
Bauvoranfrage abzulehnen. Runge: "Ich neige dazu,
dies zu tun."
"Wird das Land das Projekt auch gegen ein Votum des
Bürener Rates realisieren?" fragte CDU-Stadtverbandsvorsitzender
Elmar Goedde und bat Ministerialdirigent Bösche dabei
um eine kurze Antwort: "Sagen Sie einfach Ja oder
Nein." Das falle einem Juristen wie ihm schwer, versuchte
Bösche einen Scherz. "Eher nein", lautete
schließlich seine Antwort. Weil im Haarener Wald
nur eine Übergangslösung geplant sei, die möglichst
schnell realisiert werden müsse, werde sich das Land
nicht auf jahrelange rechtliche Auseinandersetzungen einlassen,
um auch ohne das Einvernehmen der Kommune bauen zu können.
"Andererseits", so Bösche, "können
wir aber, wenn es in Büren nicht klappt, auch nicht
so ohne weiteres einfach zur nächsten Stadt weiterziehen.
Wir brauchen eine kurzfristige Lösung."
Ebenso wie Forensik-Beauftragter Dönisch-Seidel betonte
Bösche, dass die Übergangslösung in Büren
nötig sei, um die bestehenden |
und stark überbelegten
forensischen Einrichtungen, unter anderem Lippstadt-Eickelborn,
vorübergehend zu entlasten.
Überbelegung
als
Sicherheitsrisiko
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Denn die Überbelegung mit Patienten stelle ein Sicherheitsrisiko
dar, die Ärzte und Pfleger seien zudem am Ende ihrer
Belastbarkeit. In sechs neuen Kliniken in Dortmund, Köln,
Müster, Duis-burg, Essen und Herne sollten mittelfristig
470 zusätzliche Fo-rensikplätze entstehen, gleichzeitig
sollten so die Einrichtungen regional gerechter verteilt
werden. Denn die Vertreter des Landes räumten ein,
dass die hiesige Region mit Forensiken in Lippstadt, Marsberg
und Warstein bereits "überversorgt" sei.
Aus diesem Grund und auch, weil die Liegenschaft im Haarener
Wald dazu nicht geeignet sei, komme eine Dauerlösung
auf Bürener Stadtgebiet nicht in Frage.
Erneut diskutiert wird das brisante Thema und auch der
mögliche "Vorratsbeschluss" am kommenden
Donnerstag im Rat. Damit die sicherlich zahlreichen Zuhörer
ausreichend Platz finden, findet die Sitzung im Theatersaal
der Stadthalle statt.
Quelle: Westfälisches Volksblatt |
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| 19.01.02
- Paderborner Perspektiven (WV) |
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Paderborner Perspektiven
Von Hanne Reimer
So rappelvoll war die Bürener
Stadthalle das letzte Mal, als es um die befürchtete
Schließung des Krankenhauses ging. Und auch am vergangenen
Mittwoch war der Anlass ein unerfreulicher. Werden tatsächlich
bald psychisch kranke Straftäter im Haarener Wald
untergebracht? Das Land Nordrhein-Westfalen möchte
nahe der JVA Stöckerbusch eine forensische Einrichtung
bauen. Doch die Menschen im Bürener Land, das ist
spätestens am Mittwoch hoffentlich jedem klar geworden,
möchten genau das nicht. Und sie haben gute Argumente
für ihre Ablehnung.
"Selbstverständlich, auch psychisch kranke Schwerverbrecher
müssen irgendwo untergebracht und behandelt werden
irgendwo, aber doch bitte nicht ausgerechnet vor unserer
Haustür." Aussagen dieser Art sind sicherlich
in jedem Ort zu hören, an dem eine forensische Klinik
geplant ist. Niemand lebt gern in der Nachbarschaft von
Brandstiftern, Drogensüchtigen und (das vor allem
macht Eltern Angst) von Kinderschändern und Mördern.
Doch die Menschen in Büren haben tatsächlich
allen Grund, sich gegen das Vorhaben des Landes zu wehren.
Da ist zunächst die Abschiebehaftanstalt. Zwar sind
die regelmäßigen Demonstrationen gegen diesen
"größten Abschiebeknast Deutschlands"
in den vergangenen Jahren ruhiger abgelaufen, |
Fensterscheiben gingen nicht
mehr zu Bruch. Eine Belastung ist und bleibt diese Justizvollzugsanstalt
dennoch. Und sie ist reichlich Belastung genug für
eine strukturschwache Kleinstadt, in deren 30-Kilometer-Umkreis
sich mit Lippstadt-Eickelborn und Marsberg-Bilstein bereits
zwei von sieben Forensik-Standorten in NRW befinden. Ein
weiterer -und sei es auch nur die teure Übergangslösung,
an die wohl fast niemand wirklich glaubt -wäre einfach
nicht gerecht.
Büren bemüht sich recht erfolgreich, im Tourismus
zu einem Begriff zu werden. Die Gästezahlen steigen,
die Ausflugsfahrten mit der Waldbahn waren im vergangenen
Sommer die Renner, die großen Wandertage wahre Publikumsmagneten.
Wie verträgt sich das mit einer Klinik für gefährliche
Schwerstverbrecher? Lippstadt-Eickelborn jedenfalls ist
nicht seiner schönen Landschaft wegen bekannt geworden.
Ein echtes Eigentor hat Bürgermeister Wolfgang Runge
mit seiner Informationspolitik zu dem brisanten Thema
geschossen. Es kann nicht angehen, dass mehrere Wochen
lang nur er und einige handverlesene Lokalpolitiker, die
er zum Schweigen verpflichtet, von einer solch wichtigen
Angelegenheit wissen.
Er habe nach der ersten Anfrage des Landes zunächst
auf weitere, genauere Informationen warten wollen, |
lautet seine Begründung
für dieses Verhalten. Doch die Menschen, seine Wähler,
sind nicht dumm. Hätte der Bürgermeister sofort
erklärt, dass die Sache zwar im Raum steht, aber
noch längst nichts entschieden ist - jeder hätte
es verstanden. Zudem bleibt die Frage, warum Runge sich
bisher nicht klipp und klar gegen das Vorhaben ausgesprochen
hat. Hofft er, so das Land milde zu stimmen, wenn es um
die zweite große Bürener Frage, das Krankenhaus,
geht?
Entschieden ist auch jetzt noch nichts endgültig.
Und genau hier liegt für Bürgermeister und Stadtrat
nun die Chance. Es sei möglich, so hat Runge erklärt,
dass der Rat einen "Vorratsbe-schluss" fasst,
in dem er schon vor einer offiziellen Bauvoranfrage seitens
des Landes einer Forensik auf Bürener Stadtgebiet-
eine Absage erteilt. Das Land wiederum hat so gut wie
versprochen, sein Vorhaben fallen zu lassen, wenn der
Rat nicht damit einverstanden ist. Worauf also wartet
das Stadtparlament?
Ein noch eindeutigeres Bild der Bürger- und damit
auch Wählermeinung als bei der Versammlung am Mittwochabend
kann es doch wohl kaum bekommen. Wenn ein klares Nein
das Problem also offenbar aus der Welt schaffen kann,
dann sollte der Rat es besser heute als morgen laut und
deutlich aussprechen.
Quelle: Westfälisches Volksblatt |
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| 19.01.02
- Hegensdorfer wollen nicht alles hinnehmen (WV) |
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Maria Lummer nimmt Stellung gegen Forensik
Hegensdorfer wollen nicht
alles hinnehmen
Büren/Hegensdorf
(WV/han). Aus Hegensdorfer Sicht hat während der
Bürgerversammlung zur vom Land geplanten Forensikeinrichtung
Ortsvorsteherin Maria Lummer Stellung bezogen. Angesichts
von Belastungen Hegensdorfs in der Vergangenheit fragte
sie: "Warum lässt man uns nicht zur Ruhe kommen?
Warum müssen wir uns mit immer neuen Schreckensmeldungen
auseinander setzen? Wir wollen nicht mehr alles hinnehmen."
Die CDU-Politikerin erinnerte daran, dass 1960 in der
Gemarkung Hegensdorf die Kaserne Stöckerbusch entstanden
sei. "Wir waren es gewohnt, dass im Vierstundentakt
das Dorf und die Feldflur patrouliert wurden", weiß
Maria Lummer. "Um uns herum war immer ein hohes Aufkommen
an Militärfahrzeugen und Militärhubschraubern.
Wer sich im Haarener Wald verirrte, wurde festgenommen
und abgeführt. Eine Pilzsammlerin wurde gleich angeschossen." |
Unklar sei gewesen, was in
den Bunkeranlagen im Wald gelagert wurde. Maria Lummer:
"Wir konnten nur hilflos mit dem Gedanken leben,
dass wir möglicherweise auf einem Pulverfass sitzen."
Als der Kasernenstandort 1990 aufgegeben wurde, habe das
Land zunächst eine Sammelunterkunft für Asylbewerber
errichten wollen, als eine Art "kleiners Übel"
sei dann die Abschiebehaftanstalt gekommen. Zudem hätten
sich die Hegensdorfer gegen das Vorhaben wehren müssen,
in ihrer Nähe eine Giftmülldeponie einzurichten.
"Wann hört das Land NRW endlich auf, alle unliebsamen
Einrichtungen in Hegensdorf stationieren zu wollen",
fragte die Ortsvorsteherin während der Bürgerversammlung.
Würde die Forensik tatsächlich errichtet, "haben
wir in Hegensdorf alles beisammen: das nationale schlechte
Gewissen neben dem nationalen Grauen - dem Grauen vor
dem, was geschehen ist, und vor dem, was noch geschehen
kann".
Quelle: Westfälisches Volksblatt |
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| 20.01.02
- Aus dem Schneider? (NR) |
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Aus dem Schneider?
Forensik: Bürgermeister gegen
Standort
Büren, (te) Zwei
Dinge sind auf der Bürgerversammlung zum Thema "Forensik
in Hegensdorf" am Mittwochabend klar geworden:
Erstens hält Bürgermeister Wolfgang Runge eine
Haftanstalt für psychisch kranke Straftäter
im Haarener Wald für "nicht durchsetzbar".
Und zweitens würde das Land NRW einen ablehnenden
Ratsbeschluss "schlucken" und die Einrichtung
wahrscheinlich nicht auf dem Rechtsweg durchzudrücken
versuchen. Falls der Rat am kommenden Donnerstag (24.
Januar) erwartungsgemäß mit "Nein"
votiert, scheint Büren also als Standort für
eine Übergangs-Forensik aus dem Schneider zu sein. |
Hunderte von Bürgern
waren in die Stadthalle gekommen, um aus erster Hand zu
erfahren, was das Ministerium auf dem ehemaligen Kasernengelände
in Hegensdorf plant. Vor allem aber waren sie gekommen,
um deutlich zu machen, dass sie mit allen Mitteln gegen
eine Übergangs-Forensik am Stöckerbusch angehen
werden.
Angesichts von so viel Misstrauen, Angst und Wut blieb
den Düsseldorfern nach fast vierstündiger hitziger
Diskussion nichts anderes übrig, als enttäuscht
die Segel zu streichen. Jetzt bleibt zunächst das
Ergebnis der Ratssitzung abzuwarten.
(Mehr im folgenden Artikel)
Quelle: Neue Regionale |
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| 20.01.02
- Ganz klar: Bürener wollen keine Forensik (NR) |
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Ganz klar: Bürener wollen
keine Forensik
Entlastung in Eickelborn in weiter
Ferne/Leiter kann "Sicherheit nicht mehr garantieren"
(Fortsetzung von diesem
Artikel/te). Transparente mit Aufschriften wie "Wir
wollen keine Kinderschänder, Mörder und Brandstifter
in Hegensdorf", Zwischenrufe und Pfiffe während
der Redebeiträge - die Stimmung in der Stadthalle
war aufgeladen. Und die Botschaft, die die Abgesandten
der Landesregierung mit nach Düsseldorf nehmen mussten,
war klar: Die Bürener, allen voran die Hegensdorfer,
wollen keine Forensik in ihrer Stadt.
"Ich dachte bisher, dass Westfalen in der Lage
sind, sich einer Verantwortung zu stellen." (Uwe
Dönisch-Seidel, Landesbeauftragter für den Maßregelvollzug)
Da nutzten auch die wiederholten Beteuerungen der Regierungsvertreter,
man wolle den Standort in den ehemaligen NATO-Kasernen
tatsächlich nur übergangsweise "ausleihen",
wenig: Die Bürener haben Angst. Angst vor Sicherheitslücken
und Ausbruchsgefahr, Angst vor einer Ungewissen Folgenutzung.
Und sie misstrauen den Aussagen der Landes-Vertreter wie
auch ihres eigenen Bürgermeisters.
"Wenn wir behilflich sein können, einen anderen
Standort zu finden, werden wir das gerne tun."
(Großzügiges Angebot von Bürgermeister
Wolfgang Runge an die Ministeriumsvertreter)
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Fast vier Stunden lang hatte
Ministerialdirigent Klaus Bösche (Leiter der Abteilung
Gesundheit im Ministerium) gemeinsam mit zwei Kollegen
versucht, die Bürener davon zu überzeugen, dass
a) die Forensik tatsächlich nur für fünf
bis sieben Jahre nach Hegensdorf solle und b) für
höchste Sicherheit gesorgt würde. "Sie
würden keinen von den Leuten je zu Gesicht bekommen",
sagte er, quittiert vom Gelächter der Zuhörer.
Auf die Frage, ob das Land den Standort auch auf dem Rechtsweg
einklagen würde, meinte er:
"Ich könnte Ihnen sagen, das Projekt wird im
Falle einer Ablehnung durch den Rat nicht hier gebaut.
Aber andererseits haben wir nicht die Möglichkeit,
mit unseren Plänen von Stadt zu Stadt zu ziehen.
Wir müssen kurzfristig zu einer Lösung kommen."
Die zeitliche Enge sei aber auch der Grund, warum der
Weg durch die juristischen Instanzen "eigentlich
undenkbar" sei.
Stellung beziehen musste auch Bürgermeister Wolfgang
Runge, der im Dezember in die Schusslinie geraten war.
Seinerzeit hatte er versucht, das Thema "Forensik"
zunächst hinter verschlossenen Türen im Rat
zu abzuhandeln, was ihm den Vorwurf der "Verschleierung"
und einen Vertrauensverlust in der Bevölkerung einbrachte.
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"Ich mit meinem kleinen Hausfrauenverstand finde
das alles irgendwie komisch und schwammig. Ich glaube,
das trifft das Gefühl hier ziemlich gut."
(Bärbel Olfermann, Bürgerstiftung)
Vor den Zuhörern zur Rede gestellt, meinte Runge
jetzt, dass er das Anliegen des Landes "für
wichtig und schwierig" halte. Er teile aber die Auffassung
der Hegensdorfer Ortsvorsteherin Maria Lummer, dass der
Standort im Haarener Wald bereits durch die vorhandene
Abschiebehaftanstalt belastet sei. Gegen den Willen der
Bevölkerung wolle und könne man nicht handeln.
Mit diesem Votum scheint eine kurzfristige Entlastung
der chronisch überbelegten Forensik-Einrichtungen
Lippstadt-Eickelborn und Marsberg in weite Ferne gerückt.
Für die Eickelborner Anlage meinte der ärztliche
Leiter Dr. Michael Osterheider: "Wir sind entsetzt
über die Kommunalpolitik. Das Thema taugt nicht zum
Wahlkampf. Wir können die Sicherheit unserer Anlage
bei den derzeitigen Zuständen nicht mehr garantieren."
Klaus Bösche und seine beiden Kollegen sind derweil
mit ihrem konfliktträchtigen Gesuch weitergezogen:
Am Donnerstagabend waren sie zu einer Bürgerinformation
im Örtchen Windeck im Rhein-Sieg-Kreis geladen -
ähnlich erfolglos wie in Büren.
Quelle: Neue Regionale |
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| 20.01.02
- Vertrauen vespielt (NR) |
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Kommentar
Vertrauen vespielt
| Misstrauen und Skepsis: Das
sind wohl die Hauptgründe dafür, dass das Land
mit seiner Übergangs-Forensik in Büren auf Grundeis
gelaufen ist. Die "Bunker-Politik", mit der
Bürgermeister Runge und Teile des Stadtrates das
heikle Thema zunächst im stillen Kämmerlein
abhandeln wollten, hat hier ihre Früchte gezeitigt.
Die Bürger glauben nichts mehr - den Landes-Vertretern
nicht, den Fachleuten nicht, und auch nicht ihrem eigenen
Bürgermeister. Wenn dann auch noch die SPD-Landtagsabgeordnete
Ute Berg nicht klar Stellung beziehen mag und sich schamhaft
hinter der örtlichen Ratsfraktion versteckt, wenn
das CDU-Landtagsmitglied Gerhard Wächter in Verdacht
steht, sich gegenüber der Gesundheitsministerin in
Sachen Forensik anders geäußert zu haben als
hier coram publico - dann schwindet auch bei Gutgläubigen
das letzte Fünkchen Vertrauen. |
Da darf sich keiner wundern,
wenn die Menschen sachliche Informationen nicht mehr wahrnehmen,
wenn sie Versprechungen und Beteuerungen mit Hohngelächter,
Zwischenrufen und Pfiffen quittieren.
Wäre das Thema anders entschieden worden, wenn Runge
& Co. von Anfang an mit offenen Karten gespielt hätten?
- Wohl kaum; eine Forensik will schließlich keiner
gerne vor der Tür haben. Aber vielleicht wäre
die Veranstaltung am Mittwochabend in einer anderen, von
Interesse und Nachdenklichkeit getragenen Atmosphäre
verlaufen. Und hätte nicht bei den Vertretern des
Landes wie auch beim Leiter der arg gebeutelten Eickelborner
Forensik diesen faden Beigeschmack hinterlassen, dass
die Bürener sich noch nicht einmal einer fairen Diskussion
stellen wollen.
H. Tebbe
Quelle: Neue Regionale |
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| 21.01.02
- Deutliches "Nein" von der Brenkener CDU (WV) |
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Forensik-Pläne des Landes bei Büren
Deutliches "Nein"
von
der Brenkener CDU
Brenken (WV). Der Vorstand
der CDU-Ortsunion Brenken hat sich unmittelbar nach der
Bürgerversammlung in der Stadthalle Büren noch
einmal mit dem Thema Forensik befasst. Fazit der Zusammenkunft:
Die genannte Info-Veranstaltung war zwar informativ, hat
aber nach einhelliger Einschätzung aller Vorstandsmitglieder
die vorgetragenen (und auch berechtigten!) Bedenken nur
sehr unzulänglich ausräumen können. Das
Vorhaben des Landes wird daher also ohne Wenn und Aber
abgelehnt.
Mit einem ebenso eindeutigen "Nein" werden auch
die CDU- |
Ratsmitglieder Jutta Schmidt
und Wolfgang Gaeb aus Brenken - wie sie in, der Vorstandssitzung
mit detaillierter Begründung mitteilten -in der kommenden
Ratssitzung votieren. Erfreut zeigte sich der Vorstand
auch über die rege Beteiligung der Brenkener Bevölkerung
an der Veranstaltung in Büren und empfiehlt den Mitbürgerinnen
und Mitbürgern, das Thema aufmerksam zu verfolgen
und erforderlichenfalls ihren Protest einzubringen. Dies
könnte auch über eine Mitgliedschaft im Arbeitskreis
gegen Forensikstandort Stöckerbusch geschehen.
Quelle: Westfälisches Volksblatt |
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| 22.01.02
- Bürener SPD sagt "Nein" zur Forensik (WV) |
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Kein Abstimmungszwang
Bürener SPD sagt
"Nein" zur Forensik
Von Heinz-Peter Manuel
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Büren
(WV). Der SPD-Stadtverband Büren mit seinen fünf
angeschlossenen Ortsvereinen bezieht Stellung zur Diskussion
um die Einrichtung einer forensischen Klinik in der
Nähe der Abschiebehaftanstalt im Haarener Wald:
"Nach der sehr offenen und ausführlichen Information
des Stadtverbandes über den gesamten Vorgang durch
die Fraktion kommt der Stadtverband zur Ablehnung des
Projektes und empfiehlt der SPD-Fraktion bei der Abstimmung
im Rat ein Nein; er lehnt jedoch das Ausüben von
Druck oder Zwang zu einem bestimmten Abstimmungsverhalten
ab, wie es teilweise von der Interessengemeinschaft
gefordert wird", heißt es in einer Presseerklärung
des Vorsitzenden Andreas Witte (Steinhausen).
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Als Hauptgrund für die
Ablehnung führt Witte die nicht geklärte Frage
der Anschlussnutzung an, wenn die Übergangslösung
Stöckerbusch nach fünf bis sieben Jahren abgebaut
werde. Das habe Ministerin Birgit Fischer in einem persönlichen
Gespräch einer Abordnung aus der Fraktion und der
Kreisvorsitzenden Ute Berg bestätigt.
Aber; "Der SPD-Stadtverband bejaht indes die Notwendigkeit,
die unhaltbare Situation in Lippstadt-Eickelborn zu entschärfen
und dadurch ein viel größeres Maß an
Sicherheit für die Menschen in und um Eickelborn,
aber auch für die Bediensteten und die einsitzenden
Straftäter zu gewährleisten", heißt
es weiter. Dass das Land Nordrhein-Westfalen für
eine solche Übergangslösung bis zur Fertigstellung
von sechs Forensikeinrichtungen in den Ballungsräumen
auch die ehemalige amerikanische Kaserne in Büren
ins Auge gefasst habe, sei für die Genossen "nahe
liegend und nicht vorwerfbar".
Der SPD-Stadtverband nehme die Ängste und Sorgen,
gerade auch von Frauen und Müttern, sehr ernst, die
durch eine Forensik, wo immer sie auch eingerichtet werde,
ausgelöst würden. "Ein bewusstes Schüren
von Ängsten durch unhaltbare Aussagen und Panikmache,
wie es leider in vielen Diskussionsbeiträgen zum
Ausdruck kommt, lehnen wir ab, weil es den Menschen und
unserer Stadt nicht hilft", so Witte.
Der Stadtverband fordert größtmögliche
Sicherheit der Bürger |
und Schutz vor Tätern,
die die körperliche Unversehrtheit, das Leben und
das Hab und Gut der Menschen bedrohen. Gleichzeitig setzt
sich die SPD für die spezielle Behandlung von psychisch
kranken und vermindert oder nicht schuldfähigen Tätern
in Einrichtungen der forensischen Psychiatrie ein.
"Dass Büren durch die Einrichtung einer forensischen
Übergangslösung einen nachhaltigen Imageschaden
erleiden würde, verweisen wir eher in den Bereich
der interesse-geleiteten Meinungsbeeinflussung",
so der Vorsitzende. Der Stadtverband sei dankbar für
das zu Beginn der Gespräche gegebene und nicht in
Zweifel zu ziehende Wort der Ministerin, dass die Einrichtung
in Stöckerbusch nicht gegen das Votum des Rates (Sitzung
am Donnerstag, 24. Januar, 18 Uhr, Theatersaal der Stadthalle
Büren) verwirklicht werde.
Der Stadtverband kritisiert zudem die erst nach einer
längeren Geheimhaltung erfolgte Information der Öffentlichkeit.
Er führt die zum Teil sehr emotional geführte
öffentliche Debatte auch auf das durch die Geheimhaltung
erzeugte Misstrauen gegenüber der Politik zurück.
Abschließend schlägt die SPD vor, wieder zu
einer wirklichen politischen Sacharbeit zurück zu
kehren, die auch die notwendige Zusammenarbeit mit dem
Land auf vielen Feldern einschließe, und nicht weiter
unverantwortliche Horrorszenarien zu entwerfen.
(siehe auch Leserbriefe [1]
[2])
Quelle: Westfälisches Volksblatt |
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| 22.01.02
- Infoabend glich Verkaufsschau (WV) |
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Aus Briefen an die Redaktion
Forensik: schlechtes Gewissen und Schönrednerei
Infoabend glich Verkaufsschau
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Die Bürgerversammlung zum
Forensik-Standort bewertet Arbeitskreis-Vorsitzender
Ulf Beyer in einem Leserbrief an das Westfälische
Volksblatt.
Schönrednerei und schlechtes Gewissen.
Etwas anderes hatten wir auch nicht erwartet. Mit halbherzigen,
ausschweifenden und langatmigen Erklärungen versuchte
der Leitende Ministerialdirigent Klaus Bösche in
der aus unserer Sicht als Werbe-Verkaufsveran-staltung
zu verstehenden Info-Veranstaltung, den Teilnehmern
der Bürgerversammlung zum Thema Forensik die absolute
Notwendigkeit des Standortes Büren schmackhaft
zu machen. Seine Bemühungen fanden keinen fruchtbaren
Boden. Gelegentlich konnte der Eindruck entstehen, man
befände sich in einer Verkaufsschau, die es sonst
nur in Verbindung mit sogenannten Kaffeefahrten gibt.
Auf konkrete Fragen gab es überwiegend nur ausweichende
Ant-
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worten. Mit seinem nicht
festlegenden "Eher nein" hat er sich selbst
entlarvt.
Ähnliches gilt für den Landesbeauftragten für
Forensik, Uwe Dö-nisch-Seidel, der mit aller Kunstfertigkeit
versuchte, den bestehenden Ängste der Bevölkerung
gegen ein eingeredetes "schlechtes Gewissen"
gegenüber den "Patienten" und insbesondere
auch den überlasteten und hochgradig gefährdeten
Ärzten und Pflegern in überbelegten Kliniken
auszutauschen. Das ist ihm Gott sei Dank nicht gelungen.
Die Ausführungen des Leitenden Regierungsbaudirektors
Wilhelm Boklage über die möglichen Umbaumaßnahmen
und die Errichtung einer wiederverwendbaren 5,5 Meter
hohen Mauer braucht man erst gar nicht groß zu kommentieren.
Viele Teilnehmer der Veranstaltung haben unmittelbar etwas
mit dem Baugewerbe zu tun. Es blieb ihnen bei dem Gehörten |
nur kopfschüttelndes
Schmunzeln übrig.
Bleibt abzuwarten, was jetzt geschieht. Unseren kommunalpolitischen
Vertretern ist hoffentlich an diesem Abend bewusst geworden,
dass der Bürgerwille sich klar gegen die Errichtung
einer solchen - wie man sie auch immer bezeichnen will
- Anstalt richtet. Die nächste Hürde ist die
kommende Stadtratsssitzung, in der, so der Bürgermeister,
entschieden werden soll: Ja/Nein oder Wischiwaschi?
Der Arbeitskreis ist vorbereitet. Wenn man uns zwingt,
werden wir als Bürgerinitiative mit einem guten Gefühl
in die nächste Runde gehen. An dieser Stelle sei
allen gedankt, die durch Unterstützung und Spenden
geholfen haben, den ersten Punkt ins heimische Lager zu
holen.
Quelle: Westfälisches Volksblatt |
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| 22.01.02
- Reine Blenderei der Regierung (WV) |
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Aus Briefen an die Redaktion
Informationsabend war Werbeveranstaltung
Reine Blenderei der Regierung
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Auf die Informationsveranstaltung
zur vom Land NRW geplanten Forensikeinrichtung auf Bürener
Stadtgebiet nimmt dieser Leser Bezug.
Am 16. Januar fand in der Stadthalle
Büren eine "Werbeveranstaltung" für
die Errichtung einer forensischen Klinik im Haarener
Wald statt. Neben vielen angesprochenen Themen kam auch
die Frage auf, warum der Standort Stöckerbusch
"ideal" sei.
Meiner Meinung nach ist das einzige sinnvolle Argument
für die Errichtung die Nähe zu den Einrichtungen
in Eickelborn, Warstein und Marsberg. Ich habe mir einen
Zirkel zur Hand genommen, das eine Ende auf Büren
und das andere auf Eickelborn gesetzt. Ziehe ich dann
einen Kreis, so
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lande ich in der Nähe
von Marsberg und Warstein. Ist es vielleicht möglich,
dass die an der Standortfindung beteiligten Personen in
Düsseldorf ähnlich vorgegangen sind wie ich?
Allerdings hat der anwesende Psychologe an diesem Abend
genau dieses Argument der räumlichen Nähe eindrucksvoll
entkräftet. Auf die Frage, warum kein anderer Standort
zur Debatte steht, kam die Antwort, dass dadurch die Sicherheitsrisiken
eines Transportes zu hoch seien. Etwa eine Stunde früher
antwortete derselbe Psychologe auf die Frage nach Sicherheitsrisiken
bei Gefangenentransporten, zum Beispiel zu Gerichtsterminen,
verkürzt wiedergegeben:
"Die Transporte sind sicher". |
Es ist doch reine Blenderei
seitens der Landesregierung zu behaupten, der wichtigste
Punkt der Standortfindung sei die brauchbare Bausubstanz,
die an 190 (!) anderen möglichen Standorten nicht
vorhanden sei. Reden diese Leute etwa von den baufälligen
Backsteinbaracken, an denen viele von uns täglich
vorbeifahren?
Die Transporte sind sicher! Warum soll diese Einrichtung
dann gerade in unserer vorbelasteten Region errichtet
werden? Ich kann nur hoffen, dass auch im Bürener
Stadtrat Menschen sitzen, die sich die gleichen Fragen
stellen wie ich und sich nicht haben blenden lassen.
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MICHAEL LUCKEY
Hegensdorf
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Quelle: Westfälisches Volksblatt |
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